Chronik der Gemeinde Dörfel

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Ausschulung Dörfels aus Hermannsdorf

Auszug aus den Akten des Amtes Grünhain anno 1811.
(Abt. H Abschrift 7 Nr. 2)

Hochgeborner, Hochgeehrter Herr Justitz Amtmann!
Als mir einige Zeit nach dem Tode des verstorbenen Schulmeisters Beer zu Hermannsdorf, der dasige Herr Pfarrer Krumpiegel im Namen der Gemeinde zu Dörfel meldete, daß selbige bei Gelegenheit dieser Schulbesetzung aus Hermannsdorf ausgeschult werden und einen besonderen konfirmierten Schulmeister bekommen möchte, so veranlaßte ich die Gerichten zu Dörfel mir hierüber bestimmte Erklärung zu tun, um sogleich und vor Erscheinung des Designationsrescriptes wegen Hermannsdorf einen vorläufigen Bericht zum Hoch... Kirchenrate erstatten zu können, damit wie es auch geschehen ist, die nach Hermannsdorf designierten Subjekte sogleich unter der Bedingung, daß sie sich die Ausschulung von Dörfel ohne Entschädigung zu erwarten, gefallen lassen möchten, resigniert würden, die deshalb zwischen Dörfel und Hermannsdorf zu pflegenden Unterhandlungen aber sogleich bei der Schulprobe in Hermannsdorf ohne große Kosten von uns gemeinschaftlich vorgenommen werden könnten. Zu welchen Bedingungen die Gemeinde sich vorläufig estiriert habe, das werden Ew. hochedelgeb. aus der abschriftlich beigelegten Registratur ersehen.

Da nun das Hochlöbl. Oberkonsistorium laut beiliegender Originalverordnung geneigt ist, in die Ausschulung zu willigen, und uns die Regulierung dieser Sache aufgetragen hat, so habe ich denenselben vorschlagen wollen, ob es nicht am besten und am wenigsten kostspielig wäre, die deshalb anzustellende Expedition mit der Schulprobe zu Hermannsdorf zu verbinden, und selbige entweder am Probentage Nachmittags, oder, da wahrscheinlich die Zeit an diesem Tage zu kurz sein dürfte, den folgenden Tag Vormittags vorzunehmen.

Hierüber um gefällige Eröffnung Dero Meinung sowie um Communikation der deshalb nötigen Verfügung bittend, beharre ich mit vollkommenster Hochachtung
Ew. Hochedelgeb.
ganz ergebenster Karl Gottlieb Bretschneider.

Superint. Annaberg.
den 22. Juli 1811.

Anmerkung zur Besetzung der freigewordenen Lehrerstellen
Für den Schulvorstand des betreffenden Ortes wurden vom Consistorium, später vom Ministerium für Volksbildung, von den Bewerbern um diese Lehrerstelle 3 Lehrer vorgeschlagen. Dieselben wurden zur Lehrprobe geladen und einer von diesen durch die Mitglieder des Schulvorstandes zum "ständigen Lehrer" gewählt.

Der letzte auf diese Weise angestellte Lehrer in Dörfel war der Unterzeichnete.

Jokisch.


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